Linx

Nach starker Leistung muss das FCT-Team doch gegen den Oberligisten SV Linx mit 2:3 die Segel streichen!

Inmitten der Linxer-Jubeltraube war nach Spielende auch Sascha Reiß. „Geht eine Kiste Bier holen. Ich zahle“, rief Reiß noch einem seiner Assistenten zu, ehe er sich bestens gelaunt der journalistischen Nachbetrachtung stellte. Eine Viertelstunde zuvor stand es um den Gefühlszustand des Linxer-Coaches noch komplett anders. Trotz spielerischer Überlegenheit drohte seiner Elf das frühe Pokalaus. Der FC Teningen ging schließlich mit einer 2:0-Führung in die finalen zehn Spielminuten.

Landesligist erwartet Oberligisten – die Frage des Favoriten brauchte demnach nicht gestellt werden. Dass die Partie für den SV Linx keine „Gmaade Wiesn“ wird, machte bereits die Anfangsphase deutlich. Die Gäste ließen zwar immer wieder mit schönen Ballstafetten das Leder zirkulieren, gefährlicher waren jedoch die Offensivaktionen des FC Teningen.  Es dauerte jedoch bis in die Endphase der ersten Hälfte, ehe der Außenseiter erstmals jubeln durfte. Nach herrlichem Anspiel von Florian Rees umkurvte Marcel Heidenreich Gästekeeper Kevin Mury und schob überlegt zum 1:0 (41.) ein.

Nun kam es zum unschönen Höhepunkt der Partie. Ein Zuschauer beleidigte den dunkelhäutigen Linxer Flügelspieler Jean-Gabriel Dussot als „schwarze Ratte“. Schiedsrichter Jonas Brombacher zeigte eine bemerkenswerte Reaktion und ließ die Begegnung erst weiterlaufen, als der Mann das Sportgelände verlassen hatte. In der neunminütigen Nachspielzeit des ersten Durchgangs gelang dem Underdog dann gar noch ein zweiter Treffer. Erneut offenbarte das Abwehrzentrum der Gäste Lücken. Stephan Stübbe tauchte quasi aus dem Nichts alleine vor Mury auf und verwertete trocken zum 2:0 (45+8.)

Mit Siegen gegen die beiden Ligakonkurrenten SC Whyl (3:2) und VfR Hausen (2:1) sowie einem überraschenden 1:0-Auswärtssieg beim Verbandsligisten 1. SV Mörsch hatte sich der das Team von Pascal Spöri seine Teilnahme am Pokalachtelfinale mehr als verdient. Wurde nun aus dem einstigen Abstiegskandidaten in der Bezirksliga, den Trainer Pascal Spöri in vier Jahren zum aktuellen Tabellenvierten der Landesliga gemacht hat ein Pokalviertelfinalist?

Nein, denn der SV Linx bewahrte in einer phasenweise begeisternden zweiten Hälfte bis in die absolute Schlussphase die Ruhe und drehte binnen der finalen zehn Minuten die Partie. Adrian Vollmer (83.), Rico Schmider (86.) und der eingewechselte Nathan Recht (93.) trafen spät für den Oberligisten. „Das ist für uns unglaublich bitter. Wir hatten mehrfach das dritte Tor auf dem Fuss“, so Teningens Trainer Pascal Spöri nach Abpfiff.

In einem echten Feuerwerk an klaren Tormöglichkeiten auf beiden Seiten zeigte sich der FC Teningen mit seinen Möglichkeiten allzu verschwenderisch. Ob Österreicher (62.), Stübbe (67) oder Saggiomo (72.), sie alle hatten die Chance die Partie frühzeitig zu entscheiden. „Ein drittes Tor für Teningen wäre der Knock-Out gewesen“, sagte auch Linx Trainer Sascha Reiß nach Abpfiff.

SR: Jonas Brombacher (Wittlingen) – Zuschauer: 250

Tore: 1:0 Marcel Heidenreich (41.), 2:0 Stephan Stübbe (45.+8), 2:1 Adrian Vollmer (83.), 2:2 Rico Schmider (86.), 2:3 Nathan Recht (90.+2)